Reisesicherungsschein • Sicherungsschein für Pauschalreisen - 100-Euro-Reisegutschein.de

Reisesicherungsschein • Sicherungsschein für Pauschalreisen

 Update: 
Die Bundesregierung plant eine Neuregelung der Insolvenzsicherung für Pauschalreisen. Kundengelder sollen zu 100% abgesichert werden.
Bis zum endgültigen Gesetz, sind Kundengelder nicht vollständig gegen Insolvenz des Veranstalters versichert!

Der Reisesicherungsschein ist eine Kundengeldabsicherung, der das Risiko einer Insolvenz des Reiseveranstalters abdecken soll. Alle Reiseveranstalter erklärten den Sicherungsschein zum "Heiligen Gral" und wichtigsten Alleinstellungsmerkmal einer Pauschalreise.

Mit der Cook-Pleite kam das böse Erwachen. Die Kundengelder waren nicht ausreichend abgesichert.

Reisesicherungsschein
Sicherungsschein

Cook & Co Urlauber wurden zurückgeholt. Alle Urlauber, deren Reise ausgefallen ist, bangen um ihr Geld. Die Versicherungssumme ist auf 110 Mio. Euro gedeckelt. Das Geld reicht nicht aus um den Gesamtschaden zu regulieren. Zuerst kommt die Vergütung des Insolvenzverwalter, dann die Kosten der Rückholung. Das übrige Geld wird an die Urlauber mit einer entsprechend kleinen Quote ausgezahlt.

Da der Staat die Pauschalreiserichtlinie nicht umgesetzt hat, haftet ➔ der Steuerzahler.
Am 19.11.2019 erklärte die Bundesregierung: "Die Pauschalreisenden haben darauf vertraut, dass die ausgegebenen Sicherungsscheine ihre Schäden im Falle einer Insolvenz abdecken würden. Es ist deshalb beabsichtigt ... die Differenz ... auszugleichen. Dies geschieht ohne Anerkennung einer Rechtspflicht aus Gründen des Vertrauensschutzes und zur Vermeidung unzähliger Rechtsstreitigkeiten".

Der Reisesicherungsschein hat die Versprechungen nicht erfüllt. Mehrere hunderttausend Urlauber hätten Geld verloren, wenn der Staat aufgrund eigenerer Versäumnisse nicht in Haftung getreten wäre. Es ist viel Vertrauen in das Produkt Pauschalreise verloren gegangen.

Corona-Spezial:
Auch in der Corona-Krise reicht die gedeckelte Haftungssumme von 110 Mio. Euro des Reisesicherungsschein im Insolvenzfall nicht aus!
➔ Bereits vereinnahmte Kundergelder in Höhe von mindestens 3,5 Mrd. Euro stehen 4 Rückversichungen in Höhe von nur je 110 bzw. 130 Mio. Euro gegenüber.
• TUI = DRS (130 Mio. Euro)
• DER (Dertour, Jahn, ITS, Meieres Weltreisen, ADAC Reisen, Travelix u.a.) = R+V
• FTI Group (FTI, 5vorFlug, LAL, BigXtra, Sonnenklar), Alltours, LMX, Bentour = Swiss Re
• Schauinsland Reisen, Lidl Reisen = Zurich


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 Update: 
20.05.2020 DRV Deutscher ReiseVerband e.V. zum geplanten Gesetztentwurf des BMJV für "freiwillige Gutscheine"
DRV-Präsident Norbert Fiebig: Gutscheine haben nur geringe Akzeptanz. "Reiseveranstalter müssen daher weiterhin an den Großteil ihrer Kunden Geld rückerstatten – Geld, das schlicht nicht vorhanden ist. Die Kassen der Reiseveranstalter sind leer. Wir reden hier über ein Volumen von 6 Milliarden Euro."

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Reise-Sicherungsschein

Reisesicherungsschein, Richtlinie (EU) 2015/2302

Seit 1994 wurden per Gesetz gestrandete Pauschalreisende zurückgeholt oder bereits geleistete Zahlungen bei Insolvenz eines Reiseveranstalters zurückerstattet.

Laut BGB § 651t darf der Reiseveranstalter nur Zahlungen des Reisenden fordern oder annehmen, wenn:
1. ein wirksamer Kundengeldabsicherungsvertrag (Reisesicherungsschein) besteht ... und
2. dem Reisenden klar, verständlich und in hervorgehobener Weise Name und Kontaktdaten des Kundengeldabsicherers ... zur Verfügung gestellt wurden.

In der Richtlinie 90/314/EWG des Rates vom 13. Juni 1990 über Pauschalreisen heißt es:
"Sowohl dem Verbraucher als auch der Pauschalreisebranche wäre damit gedient, wenn der Reiseveranstalter und/oder -vermittler verpflichtet wäre, Sicherheiten für den Fall der Zahlungsunfähigkeit oder des Konkurses nachzuweisen."
Die Bundesregierung deckelte die Haftungssumme auf 110 Mio. Euro.

Reisesicherungsschein

110 Mio. Euro Haftungssumme - Zurich Insurance plc

Artikel 14, Richtlinie (EU) 2015/2302

Mit der Richtlinie (EU) 2015/2302 vom 25. November 2015 über "Pauschalreisen und verbundene Reiseleistungen" wurde der Insolvenzschutz europaweit geregelt.

(14) "Die Verpflichtung, einen ausreichenden Nachweis dafür zu erbringen, dass im Fall einer Insolvenz die Erstattung von Zahlungen und die Rückbeförderung der Reisenden gewährleistet sind, sollte auch für verbundene Reiseleistungen gelten, damit fairer Wettbewerb und der Schutz der Reisenden gewährleistet werden."

➔ Die Haftungssumme wurde nicht angehoben, die Umsetzung in nationales Recht erfolgte nicht!

Die Forderung nach Kundengeldabsicherung von Hotel- und Flugbuchungen ignoriert die Politik auch weiterhin.

Persönliche Absicherung

Unabhängig vom Reisesicherungsschein gibt es einige Möglichkeiten sein Vorkasse-Risiko zu minimieren. Dazu gehört die Auswahl des richtigen Zahlungsmittel.

Chargeback - Geld zurück buchen lassen

Zahlung per SEPA-Lastschrift

Die wohl einfachste und sicherste Zahlungsart ist die Lastschrift. Viele Kunden haben noch eine Hausbank vor Ort und somit einen persönlichen Ansprechpartner. Eine genehmigte SEPA-Lastschrift kann innerhalb von 8 Wochen (ab Datum der Abbuchung) ohne Angabe von Gründen zurück gebucht werden. So ist die Schlusszahlung (meist 80% - 4 Wochen vor Reisebeginn) immer geschützt.

Zahlung per Kreditkarte

Kreditkarten-Buchungen können grundsätzlich reklamiert werden. Ansprechpartner ist in der Regel der Kreditkartenherausgeber (Bank oder Sparkasse) und nicht die Kreditkartenorganisation (Mastercard, VISA - außer Amex). Die Rückbuchungsfrist nach der Zahlungsdienstrichtlinie beträgt 8 Wochen. Einige Anbieter buchen auch nach der 8 Wochen Frist aus Kulanz zurück. Eventuell ist es sinnvoll, vor die Kreditkarte noch eine weitere Kreditkarte zu schalten (z.B. Curve).

Zahlung per Paypal

Sofern Paypal angeboten wird, sollte man mit Paypal bezahlen. Die Frist zur Beantragung des Käuferschutz beträgt 180 Tage. Das Zahlungsmittel (SEPA-Lastschrift und Kreditkarte) kann jederzeit innerhalb von Paypal gewechselt werden. Für die 20% Anzahlung nutzt man eine Kreditkarte, für die Schlusszahlung Lastschrift. Mit Paypal und zweitem Zahlungsmittel entsteht praktisch ein doppelter Schutz.

Individualreisen

Der Reisesicherungsschein wurde zu oft missbraucht, um Individualreisen zu Gunsten von Pauschalreisen schlecht zu reden.

Individualreisen (Flug, Hotel und Transfer) können auch relativ sicher gebucht werden. Selbstverständlich sollte vor der Buchung das Gehirn eingeschaltet werden. Einige Pleiten wie beispielsweise die von AirBerlin, Germania und Thomas Cook waren Monate im Voraus absehbar. Wichtige Infos sind über Suchmaschinen oder Börsenkurse schnell gefunden.

Die Buchungen "Flug+Hotel" sind seit dem 01.07.2018 mit der Pauschalreiserichtline als verbundene Reiseleistung abgesichert. Der Kunde erhält genau wie bei einer Pauschalreise einen Reisesicherungsschein.

Jede Reiseleistung kann mit der Möglichkeit eines späteren Chargeback gebucht werden.

Flüge sollte man immer direkt bei der Airline, ausgewählten Portalen oder spezialisierten Reisebüros (bei ausgefallenen Routings) buchen.

Viele Hotels können direkt oder über Hotelportale so gebucht werden, dass die Bezahlung erst vor Ort im Hotel erfolgt. Ein kleiner Nebeneffekt ist, dass man noch vor der Bezahlung die Qualität des Hotels einschätzen und möglicherweise ein Veto einlegen kann.



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