Reisesicherungsschein • Sicherungsschein für Pauschalreisen - 100-Euro-Reisegutschein.de

Reisesicherungsschein • Sicherungsschein für Pauschalreisen

Der Reisesicherungsschein ist eine Kundengeldabsicherung, der das Risiko einer Insolvenz des Reiseveranstalters abdecken soll. Alle Reiseveranstalter erklärten bisher den Sicherungsschein zum "Heiligen Gral" und wichtigsten Alleinstellungsmerkmal einer Pauschalreise.

Mit der Cook-Pleite kam das böse Erwachen. Die Kundengelder waren nicht ausreichend abgesichert.

Reisesicherungsschein
Sicherungsschein

Cook & Co Urlauber wurden zurückgeholt. Alle Urlauber, deren Reise ausgefallen ist, bangen um ihr Geld. Die Versicherungssumme ist auf 110 Mio. Euro gedeckelt. Das Geld reicht nicht aus um den Gesamtschaden zu regulieren. Zuerst kommt die Vergütung des Insolvenzverwalter, dann die Kosten der Rückholung. Das übrige Geld wird an die Urlauber mit einer entsprechend kleinen Quote ausgezahlt.

 Update:  Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) prüft aktuell die Kundengeldabsicherung des DRS (Deutscher Reisepreis-Sicherungsverein VVaG). Der DRS ist kein Versicherer, sondern ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Mitglieder sind Dertour (Meiers Weltreisen, Jahn, ITS), TUI (Ltur) und Ameropa. Diese Veranstalter sichern sich nach dem Grundsatz der Gegenseitigkeit ab.
Im Vorstand sind Vertreter des DRV (Deutscher ReiseVerband) und der Veranstalter. Laut diverser Medien hatte der DRS in 2018 nur 203.000€ Einnahmen und ein Eigenkapital von 5,3 Mio. Euro. Die große Frage ist nun, wie ein Versicherungsverein mit einem Eigenkapital von 5,3 Mio Euro ein Versicherungsfall mit 110 Mio. Euro regulieren soll. Es gibt weder einen Rückversicherer, noch hinterlegte Bürgschaften.

Fazit: Der Reisesicherungsschein hat die Versprechungen nicht erfüllt. Mehrere hunderttausend Urlauber werden Geld verlieren. Es ist viel Vertrauen in das Produkt Pauschalreise verloren gegangen.
Derzeit wird an Lösungen gearbeitet. Im Gespräch sind ein Garantiefond und die Erhöhung der Versicherungssumme. Am sinnvollsten sehe ich eine individuelle Insolvenzversicherung für alle Reiseleistungen, plus einem Garantiefond für Rückholungen im Insolvenzfall. Der mündige Kunde könnte so selbst entscheiden, ob und in welcher Höhe er sein persönliches Risiko absichert.
Fest steht aber bereits jetzt, günstiger wird es für den Urlauber nicht.

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Reise-Sicherungsschein

Reisesicherungsschein, Richtlinie (EU) 2015/2302

Seit 1994 wurden per Gesetz gestrandete Pauschalreisende zurückgeholt oder bereits geleistete Zahlungen bei Insolvenz eines Reiseveranstalters zurückerstattet.

Laut BGB § 651t darf der Reiseveranstalter nur Zahlungen des Reisenden fordern oder annehmen, wenn:
1. ein wirksamer Kundengeldabsicherungsvertrag (Reisesicherungsschein) besteht ... und
2. dem Reisenden klar, verständlich und in hervorgehobener Weise Name und Kontaktdaten des Kundengeldabsicherers ... zur Verfügung gestellt wurden.

In der Richtlinie 90/314/EWG des Rates vom 13. Juni 1990 über Pauschalreisen heißt es:
"Sowohl dem Verbraucher als auch der Pauschalreisebranche wäre damit gedient, wenn der Reiseveranstalter und/oder -vermittler verpflichtet wäre, Sicherheiten für den Fall der Zahlungsunfähigkeit oder des Konkurses nachzuweisen."
Die Bundesregierung deckelte die Haftungssumme auf 110 Mio. Euro.

Reisesicherungsschein

110 Mio. Euro Haftungssumme - Zurich Insurance plc

Artikel 14, Richtlinie (EU) 2015/2302

Mit der Richtlinie (EU) 2015/2302 vom 25. November 2015 über "Pauschalreisen und verbundene Reiseleistungen" wurde der Insolvenzschutz europaweit geregelt.

(14) "Die Verpflichtung, einen ausreichenden Nachweis dafür zu erbringen, dass im Fall einer Insolvenz die Erstattung von Zahlungen und die Rückbeförderung der Reisenden gewährleistet sind, sollte auch für verbundene Reiseleistungen gelten, damit fairer Wettbewerb und der Schutz der Reisenden gewährleistet werden."

➔ Die Haftungssumme wurde nicht angehoben, die Umsetzung in nationales Recht erfolgte nicht!

Die Forderung nach Kundengeldabsicherung von Hotel- und Flugbuchungen ignoriert die Politik auch weiterhin.

Persönliche Absicherung

Unabhängig vom Reisesicherungsschein gibt es einige Möglichkeiten sein Vorkasse-Risiko zu minimieren. Dazu gehört die Auswahl des richtigen Zahlungsmittel.

Chargeback - Geld zurück buchen lassen

Zahlung per SEPA-Lastschrift

Die wohl einfachste und sicherste Zahlungsart ist die Lastschrift. Viele Kunden haben noch eine Hausbank vor Ort und somit einen persönlichen Ansprechpartner. Eine genehmigte SEPA-Lastschrift kann innerhalb von 8 Wochen (ab Datum der Abbuchung) ohne Angabe von Gründen zurück gebucht werden. So ist die Schlusszahlung (meist 80% - 4 Wochen vor Reisebeginn) immer geschützt.

Zahlung per Kreditkarte

Kreditkarten-Buchungen können grundsätzlich reklamiert werden. Ansprechpartner ist in der Regel der Kreditkartenherausgeber (Bank oder Sparkasse) und nicht die Kreditkartenorganisation (Mastercard, VISA - außer Amex). Die Rückbuchungsfrist nach der Zahlungsdienstrichtlinie beträgt 8 Wochen. Einige Anbieter buchen auch nach der 8 Wochen Frist aus Kulanz zurück. Eventuell ist es sinnvoll, vor die Kreditkarte noch eine weitere Kreditkarte zu schalten (z.B. Curve).

Zahlung per Paypal

Sofern Paypal angeboten wird, sollte man mit Paypal bezahlen. Die Frist zur Beantragung des Käuferschutz beträgt 180 Tage. Das Zahlungsmittel (SEPA-Lastschrift und Kreditkarte) kann jederzeit innerhalb von Paypal gewechselt werden. Für die 20% Anzahlung nutzt man eine Kreditkarte, für die Schlusszahlung Lastschrift. Mit Paypal und zweitem Zahlungsmittel entsteht praktisch ein doppelter Schutz.

Individualreisen

Der Reisesicherungsschein wurde zu oft missbraucht, um Individualreisen zu Gunsten von Pauschalreisen schlecht zu reden.

Individualreisen (Flug, Hotel und Transfer) können auch relativ sicher gebucht werden. Selbstverständlich sollte vor der Buchung das Gehirn eingeschaltet werden. Einige Pleiten wie beispielsweise die von AirBerlin, Germania und Thomas Cook waren Monate im Voraus absehbar. Wichtige Infos sind über Suchmaschinen oder Börsenkurse schnell gefunden.

Die Buchungen "Flug+Hotel" sind seit dem 01.07.2018 mit der Pauschalreiserichtline als verbundene Reiseleistung abgesichert. Der Kunde erhält genau wie bei einer Pauschalreise einen Reisesicherungsschein.

Jede Reiseleistung kann mit der Möglichkeit eines späteren Chargeback gebucht werden.

Flüge sollte man immer direkt bei der Airline, ausgewählten Portalen oder spezialisierten Reisebüros (bei ausgefallenen Routings) buchen.

Viele Hotels können direkt oder über Hotelportale so gebucht werden, dass die Bezahlung erst vor Ort im Hotel erfolgt. Ein kleiner Nebeneffekt ist, dass man noch vor der Bezahlung die Qualität des Hotels einschätzen und möglicherweise ein Veto einlegen kann.



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